Projektseminar im IoT-Labor: Matching von ERP-Daten und Maschinen

Das effiziente Management von Geschäftsprozessen ist in heutigen Unternehmen essentieller Bestandteil nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit. Durch die voranschreitende digitale Transformation durch den Einzug des Internet of Things (kurz IoT) ergeben sich in Unternehmen Unmengen an Daten, dessen Auswertung sich maßgeblich auf die Steuerung, Gestaltung und Optimierung von Prozessen auswirken kann. In diesem Zusammenhang wurden drei Studenten zum Beginn des Sommersemesters im März 2017 beauftragt eine Schnittstellenbasierte Kommunikation mit Objekten des IoT auf einer Webplattform herzustellen. Gleichzeitig sollen Daten aus einem ERP-System in die Plattform automatisch integriert werden und dabei Angebot und Nachfrage von Produktionskapazitäten abgebildet werden. Hierbei hat ein lokaler Roboterarm die Rolle eines Produzenten übernommen, der durch die Plattform und ein Matching-Algorithmus ausgewählt wird. Zusätzlich dazu sollte der Produktionsprozess des Roboters durch Umwelteinflüsse veränderlich sein.

Die besondere Herausforderung hierbei war das Verknüpfen zahlreicher Dienste und Systeme vom ERP-System, über die Plattform bis hin zum Business Process Manager und den angesprochenen Geräten. Dabei mussten die Studenten sich in neue Programmiersprachen und fremde Schnittstellen einarbeiten und unkonventionelle Methoden anwenden, um die Aufgabenstellung erfolgreich zu meistern.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Durch das Starten des Matching Prozesses auf der Plattform werden Produktionsdaten aus einem ERP-System exportiert, auf unterschiedliche Produzenten verteilt und an ein Business Process Manager gesendet. Der dort definierte Produktionsprozess wird gestartet, überwacht und die Ergebnisse visuell für den Nutzer dargestellt.

In seiner aktuellen ERP-Podcastfolge vom 04.10.2017 spricht Prof. Dr. Axel Winkelmann mit den drei Studenten im Interview und geht dabei tiefer auf die Funktionsweise, Herausforderungen und mögliche Anwendungsszenarien ein.

Die Studenten präsentieren ihre Projektergebnisse (von links nach recht: Philipp Dais, Michael Ebinger und Kristof Reitz)

Projektstart: Plattform für den integrierten Handel mit Produktionskapazitäten

Ziel des Verbundvorhabens DiHP ist die Gestaltung und Konzeptionierung einer integrierten Marktplattform zur Absicherung von Produktionsausfällen durch den automatisierten und überbetrieblichen Handel von Produktionskapazitäten. Auf Basis standardisierter Schnittstellen zu aktueller Informationstechnologie muss die Plattform schnell und einfach in die vorhandene IT-Infrastruktur von KMU integrierbar sein. Durch die initiale Konzentration auf den Bereich der additiven Fertigung sollen die Machbarkeit und der wirtschaftliche Nutzen der Dienstleistung demonstriert werden, um die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Branchen mit Hilfe eines breit aufgestellten Projektkonsortiums zu überprüfen.

Das Bundesministerium Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Bekanntmachung von Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen für „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“, Themenfeld 2.1 „Produktionsbezogene Dienstleistungssysteme”.